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Bis zum Jahr 1907 war das Innere der St.Nikolai-Kirche ganz in weiß gehalten. Nur durch Zufall entdeckte der Edewechter Maurermeister Wilhelm MUCHOW im August 1907 bei Ausbesserungsarbeiten an einem Deckengewölbe Farbspuren einer alten Malerei. Der aus Brake stammende Oldenburger Kirchenmaler Wilhelm MORISSE fand dann 1907 insgesamt drei alte Freskenmalereien:

Im Altargewölbe: Marienkrönung
Im Mittelgewölbe: Weltgericht
Gegenüber des Eingangs: St. Nikolaus(Schutzpatron der Edewechter Kirche)

 

Gewölberippen Gewölbescheitel im Chor

 

Marienkrönung

Maria kniet mit gefalteten Händen vor Gottes Thron und empfängt von Gott-Vater, Sohn und Heiligem Geist(versinnbildlicht durch eine Friedenstaube) die Krone des Lebens. Auf beiden Seiten des Throns sitzt je ein musizierender Engel; Drei weitere Engel schweben mit einem Spruchband - ohne Text - über der Szenerie.

 

Weltgericht

"Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse" (2Kor 5,10)

 

Jesus Christus thront auf dem Regenbogen(Gen. 9,13; "der Soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde"), seine Füße auf die Erdkugel stellend(Jes. 66,2; "Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füsse"), als Richter der Endzeit(Matth. 25; "Kommt her, ihr Gesegneten ... geht weg, ihr Verfluchten"). In seinem Mund trägt er Lilie und Schwert als Symbol von Gnade und Gericht (Off. 189,5; "Aus seinem Munde ging ein scharfes Schwert"). Fürbittend knien Maria(zur Rechten) und Johannes(zur Linken). Zwei Engel verkünden das Gericht und wecken mit Posaunen die Toten, die aus ihren Gräbern kommen(Joh. 5,28; "Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden" & DAN. 12,2; "Viele, die unter der Erde schlafen, werden aufwachen"). Die Begnadigten werden durch einen Engel in das Himmelshaus(auf der Marienseite) geleitet; die Verdammten von Teufeln in die Burg der Hölle gezerrt bzw. gekarrt.

Um die Darstellung der Teufel gab es (19??) erheblichen Streit in der Gemeinde. Offenbar als Symbol für die Härte des göttlichen Gerichts nicht verstanden, machte sich bei den Kirchengliedern die Meinung breit, "wi wullt de düwels nich mehr hebben".

 

St.Nikolaus

Von dieser vermutlich gotischen Malerei waren nur sehr wenige Reste zu erkennen. Um die Umrisse besser erkennen zu können, wurden bei der Vorbereitung der Restaurierung 1975/76 die Linien mit Kohlestift nachgezogen. Das Gewand des Nikolaus von Smyrna war grün, das Inkarnat nicht mehr vorhanden und um die Figur herum fanden sich noch Reste eines Strahlenkranzes.